Trägerverein LincolnTheater e.V.

Die Geschichte um das Wormser Lincolntheater hat herausragende Höhen und teilweise tragische Tiefen – sozusagen ein Drama in drei Akten.

 

Erster Akt

Alles beginnt am 20. Juni 2006 - Theatereröffnung. Das ehemalige „Roxy“-Kino am Obermarkt wurde über Monate hinweg zur Kleinkunstbühne umgebaut. Künftig soll das Lincolntheater als Ausweichstätte für kulturelle Veranstaltungen aller Art dienen, da Mozartsaal und Theater gerade renoviert werden. Eine Ausweichstätte für fünf Jahre, bis zur Eröffnung des neuen Kultur- und Tagungszentrums – mehr sollte das Lincolntheater ursprünglich nicht werden.

Aber – es kam alles anders. Innerhalb kürzester Zeit mauserte sich der „kulturelle Ersatzort“ zum Lieblingsetablissement der Wormser Kulturinteressierten. Mehr noch: Es entwickelte sich plötzlich eine gewisse Jugendkultur. 2006 gründete sich die Nibelungenhorde; 2007 folgte die Theatergruppe DOMino – beides Jugendtheatergruppen, die sich fortan in Worms kulturell engagieren sollten. Ihr Treffpunkt meistens: Das Lincolntheater.

2010 hatte schon keiner mehr die Frage gestellt, was denn kommen wird, wenn in naher Zukunft der Fünf-Jahres-Vertrag ausläuft. Zu sehr war das Lincolntheater als fester Bestandteil der kulturellen Szene in den Köpfen der Wormser etabliert. Große und kleine Kabarettkünstler wie Ingo Oschmann, Arnulf Rating, Ausbilder Schmidt oder Bodo Bach – um nur wenige zu nennen – fanden im Lincolntheater ihr Publikum. Se lobten das Haus und seine Atmosphäre und kamen Jahr für Jahr auf ein Neues.

Bis eines Tages...

 

Zweiter Akt

„Was wird aus dem Lincoln-Theater?“ titelte das ´Wormser Wochenblatt` am 24. März 2010, und brachte damit erstmals zum Ausdruck, dass der Spielort in Gefahr ist. Der Stadtratsbeschluss von 2006 besagte eindeutig, dass 2011 Schluss mit dem Standort Lincolntheater ist. Zunächst sah alles danach aus, dass die städtische Kultur- und Veranstaltungs GmbH aufgrund des außergewöhnlichen Erfolgs das Lincolntheater als „zweites Haus“ neben dem neuen Kultur- und Tagungszentrum betreiben würde. Dem machte allerdings der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Worms einen Strich durch die Rechnung: Der Ausschuss beschloss am 19. Mai 2010 das endgültige Aus für das Lincolntheater – ein Schock für die Wormser Kulturszene.

Wohin mit qualitativ hochwertigen Kabarettisten, die im Lincolntheater ganz großartig wirken; im großen Wormser Kulturzentrum jedoch gänzlich untergehen würden? Wohin mit kulturellen Nischenangeboten, die durchaus ihre 200 Zuschauer finden würden; aber kein großes Haus mit 800 Besuchen füllen könnten? Und, nicht zuletzt, wohin mit jugendlichen Musik- und Theatergruppen, die im Lincolntheater nicht nur einen Probenort, sondern auch ein Stückchen Heimat gefunden haben?

Nicht nur diese Kulturmacher, sondern auch zahlreiche „Kulturnutzer“ – schlicht Lincoln-Fans – fanden sich in den Wochen nach dem Beschluss des Finanzausschusses zusammen, um gegen die Entscheidung öffentlich zu protestieren. Weit über 2.500 Unterschriften machten den Unmut der Bevölkerung deutlich.

Und tatsächlich – es kommt zu einem Kompromiss: Am 2. Juni 2010 fasste der Stadtrat den Entschluss, dass die Kultur- und Veranstaltungs GmbH das Lincolntheater noch bis zum 30. April 2012 trägt.

Danach – also ab dem 1. Mai 2012 - sollte der Trägerverein Lincolntheater den Erhalt der Kleinkunstbühne übernehmen und verantworten.

 

Dritter Akt

Seit Sommer 2010 steht also der Trägerverein Lincolntheater in den Startlöchern und bereitet sich auf die Übernahme vor. Am 14. November 2011 beschloss der Vorstand, den Mietvertrag für das Lincolntheater bis zum 30. April 2013 zu unterschreiben.

Seit 2013 ist die Theatergruppe Szene9 das hauseigene Ensemble des Trägervereins LincolnTheater e.V., worauf die Gruppe sehr stolz ist.

Den weiteren Verlauf der Geschichte der beliebten Kleinkunstbühne bestimmen Sie selbst mit! Das Lincolntheater trägt sich nicht von selbst.

Werden Sie Mitglied und unterstützen Sie Kleinkunst, Kabarett und die aufblühende Wormser Jugendkultur!